Die Suche nach der Wahrheit.
Verdammt, jetzt steht da so ein Gähn-Satz, den Journalist:innen bei den Preisverleihungen dahersagen, zu denen wir nie eingeladen sind, weil die Suche nach der Wahrheit so eine Gähn-Floskel ist, die bei Fleisch nicht vorkommen kann. Was soll das eigentlich heißen? Entweder du hast die Wahrheit gefunden, dann schreib sie auf, Kisch, oder du suchst sie noch, dann mach endlich deinen verdammten Job. (Wir fluchen hier übrigens nur, weil Journalisten in Journalismus-Serien ständig fluchen.) Als Lohn kommt die Wahrheit dann manchmal übrigens ganz von selbst zu dir.
Wie konnte es eigentlich so weit kommen, dass die Wahrheit wieder so ein Thema geworden ist? Die fadeste Erklärung, die immer geht (und niemand überprüft): Es liegt am Pendel. Wo sich Lügen schneller verbreiten, als Lucky Lukes Schatten schießt (hat auch noch nie jemand überprüft, ob der wirklich schießen kann), gewinnt die Wahrheit wieder an Wert. Das gilt für Nachrichten genauso wie für operierte Lippen. Klingt doch schlüssig, oder? Die zweitfadeste Erklärung, die immer geht (und niemand überprüft): Wo die Unsicherheit generell groß ist, weil sich ständig alles ändert, will man etwas, worauf man sich verlassen kann. Etwas wie: 2 + 2 = 4. Oder: Pressekonferenzen der ÖVP haben keine Aussagekraft. Oder: Wer STS-Lieder singt, singt auch Bryan Adams.
Auf der Suche nach der Wahrheit kommt man mitunter auch in die hintersten Ecken seines Gehirns (Berufsrisiko). Wir sind nicht davor zurückgeschreckt, diesen Weg zu gehen. Und auch vor sonst nichts. Echt nicht..
Euer Fleisch
