Geh doch weg!

Fleisch 

58

 – 

Winter

 

2020

Coverfoto: Privat


Cover von Fleisch#58

Ein Heft über das Verschwinden.

Nichts geht über eine gute, ehrliche Feindschaft. Ohne Feindschaften wäre die ÖVP, die sich neuerdings Familie nennt, genauso inexistent wie die halbe Filmgeschichte, Rudi Anschober wäre noch Gesundheitsminister, Red Bull Salzburg hätte überhaupt keine Zuschauer mehr, weil nicht einmal die der Gegner mehr anreisen würden, dann, wenn sie wieder dürfen, und Twitter wäre langweiliger als der Teletext.

Feindschaften erhalten die Freundschaft, das lernt jedes Kind in jeder Bande auf der Welt, und ja, das ist alles ein bisschen infantil, aber wir haben uns die Realität ja nicht ausgesucht.

Und deshalb ist das ein Heft über Feinde.

Ziemlich sicher ist für jeden einer dabei.

Euer Fleisch


In einem früheren Leben hatten wir Partys, Urlaub und Spaß mit anderen Menschen. Eine Fotostrecke im stillen Andenken.

Vor fünf Jahren lebten in einer Wiener WG fünf minderjährige Flüchtlinge zusammen. Die WG gibt es nicht mehr. Was wurde aus den Jungs?

Den Rückzug aus der Öffentlichkeit kriegt kaum ein Politiker würdevoll hin. Dabei gäbe es so viel zu gewinnen.

Welche Dinge lassen Menschen gerne mitgehen? Craig Dillon hat Gegenstände fotografiert, die ihren Besitzer gewechselt haben.

Wenn der Druck zu groß wird, wollen viele abhauen. Weiter als bis zur SCS fährt aber kaum jemand. Außer diesem Mann.

Es gibt einige Dinge, die braucht die Welt nicht mehr. Oder hat sie gar nie gebraucht. Wir wünschen sie uns weg und widmen ihnen diesen Abschied.

Keine Auftritte, kein Publikum: Mark Glassner hat fotografiert, wie Künstlerinnen drohen, in der Corona-Krise untergehen.

Für die Rolle als Rainer Werner Fassbinder hat der Schauspieler Oliver Masucci ganz schön zugelegt. Und wieder abgenommen. Ein philosophisches Gespräch über Körper und Geist.

Wir haben auf der Straße einen Socken gefunden und alles versucht, ihn seinem Besitzer zurückzugeben.

Eine sehr vergängliche Arbeit von Anna Paul und Susanna Hofer.

Senioren wählen Rentnerbeige, um sich unsichtbar zu machen. Oder?

Nach 3000 Jahren auf der Welt ist diese vom Aussterben bedroht. Wie kann das sein?

Ein Leben, ohne digitale Spuren zu hinterlassen, ist kaum noch möglich. Wie soll da erst das Abhauen klappen? Wir geben eine Anleitung.

Das Modell 4020 der ÖBB-Züge wird ausgemustert. Damit verschwindet eine Lieblingsleinwand von Graffitis, die selbst nicht für die Ewigkeit gemacht sind.

Nach einem harten Jahr: Eine Auswahl von Büchern mit Beam-Potenzial.